Mittwoch, 05. Januar 2022

Sozialverband: Weihnachtsfest für viele unerschwinglicher Luxus

Zum Weihnachtsfest warnt der Präsident des Sozialverbands Deutschland (SoVD), Adolf Bauer, vor den Folgen einer gestiegenen Inflation und höherer Energiekosten für die ärmere Bevölkerung. "Während die Nation Geschenke einpackt, Bäume schmückt und die Weihnachtsbraten besorgt, sind diese Dinge für Millionen Deutsche unerschwinglicher Luxus geworden", kritisierte er in der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Bauer erneuerte die Forderung nach einem Inflationsausgleich, den die Ampel-Regierung den Beziehern von Hartz-IV-Leistungen zahlen müsse. 2020 hätten rund 5,5 Millionen Menschen Leistungen nach Hartz IV und dazu 1,4 Millionen Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung erhalten. Mit Sozialleistungen habe die Armutsrisiko-Quote bei 18,5 Prozent, ohne sogar bei 27 Prozent gelegen. Im Kampf gegen Armut sei vor allem die Höhe des Regelsatzes ausschlaggebend. "Und dieser soll zum 1. Januar um 3 Euro auf 449 Euro steigen - eine Erhöhung um 0,76 Prozent. Das ist ein Hohn", so der SoVD-Präsident.

Bauer verwies darauf, dass sich die Armutsgefährdung der über 65-Jährigen in den vergangenen Jahren am stärksten erhöht habe. Die Quote sei von 11 Prozent im Jahr 2005 auf 15,7 Prozent im Jahr 2019 gestiegen. "Die Bundesregierung muss dringend dafür sorgen, dass auch Ältere mehr Geld zur Verfügung haben, damit sie einen würdigen Lebensabend haben", forderte er. Dafür sei auch notwendig, die im Kern richtige Grundrente nachzubessern und sie einem größeren Personenkreis zugänglich zu machen.

Text: KNA