Montag, 11. Juli 2022

„Der Druck nimmt zu“

Workshop der Allianz gegen Altersarmut

Unter der Überschrift „Der Druck nimmt zu“ hat die Allianz gegen Altersarmut eingeladen und mehr als 20 Interessierte haben sich präsentisch und an mobilen Endgeräten zusammengefunden, um die Menschen in den Blick zu nehmen, für die die persönliche Situation aufgrund äußerer Einflüsse wie Auswirkungen des Ukraine-Krieges, Energiekosten, Inflation und anderes, immer bedrängender zu werden droht.
Frau Beate Schmitt, Leiterin des Caritas-Zentrums in Kaiserslautern, schilderte aus ihrer Wahrnehmung die Lage in den Beratungszentren. Generell, so Schmitt: „findet sich Armut in allen Feldern der Beratung wie Ehe- und Familienberatung, Lebensberatung, Schuldnerberatung oder Suchtberatung und die Zahl der Betroffenen steigt.“
Im Austausch wurde deutlich: Es finden sich mittlerweile Menschen in existenzbedrohlichen Lagen, die zuvor mit ihren finanziellen Mittel noch über die Runden gekommen sind. Die Belastungen durch Corona, sei es Kurzarbeitergeld, Jobverlust oder auch unregelmäßiges Einkommen, waren und sind noch nicht verdaut. Finanziell wie psychisch haben sich viele nicht erholt. Da werden die Folgen des Ukraine-Kriegs in Form von ständig steigenden Preisen an den Tankstellen oder im Supermarkt für alle spürbar.
Die Angst vor dem nächsten Winter geht um. Was passiert, wenn ich meine nächste Gasrechnung nicht mehr bezahlen kann? Zahle ich noch meine Miete oder kaufe ich Kleidung für die Kinder? Woran kann ich noch sparen? Wie komme ich an Geld?
Ohne Hilfe finden viele keine Antworten auf diese drängenden Fragen. Menschen reagieren oft mit Verdrängung des Problems, so Schmitt „und wenn sie dann zur Beratung kommen, ist es oft schon fast zu spät!“
Armut hat in diesen Zeiten viele Ursachen und die Lösung dieses Problems ist vielschichtig und komplex. Damit ist aber nicht gesagt, dass nur Experten einen Beitrag leisten können. Jede und jeder kann durch Zuwendung, durch Hilfe bei Behördengängen und durch Spenden dazu beitragen die Not zu lindern, um nur einige Beispiele zu nennen.
Die Allianz gegen Altersarmut wird dieses Thema auch auf politischer Ebene weiterbearbeiten, damit die Rahmenbedingungen solidarisch, gerecht und menschenwürdig für alle Menschen gestalten werden.

Text: Thomas Eschbach